Diktierbefehle: der plattformübergreifende Spickzettel
Diktierbefehle sind die Wörter, die Ihr Computer oder Handy als Anweisung statt als Text behandelt; hier geht es um die englischsprachigen Befehle. Sagen Sie „comma“, erscheint ein Komma; sagen Sie „new paragraph“, springt der Cursor zwei Zeilen nach unten. Der Haken: Jede Plattform führt ihre eigene Liste. „Delete that“ ist unter Windows und in Word ein Befehl, fehlt aber in Apples Liste für das Diktieren auf dem Mac. Googles Satzzeichenliste für Docs endet nach sechs Einträgen, und ein Doppelpunkt ist nicht darunter.
Hier stehen die sechs Systeme, in die die meisten Menschen diktieren, nebeneinander, Lücken inklusive. Jeder Eintrag stammt von den Support-Seiten des jeweiligen Anbieters, geprüft im September 2026; lange Listen sind aufs Wesentliche gekürzt, mit Links zu den vollständigen Fassungen.
Beginnen Sie mit den Wörtern, bei denen sich alle Plattformen einig sind
Vier gesprochene Befehle stehen in allen sechs offiziellen Listen: „period“, „comma“, „question mark“ und „new line“. „New paragraph“ schafft es in fünf von sechs, denn Microsofts englische Liste für Dictate in Word dokumentiert nur „new line“. Beim Ausrufezeichen verläuft die Trennlinie quer über den Atlantik: Der Mac sagt „exclamation mark“, das iPhone und beide Google-Listen sagen „exclamation point“, und Microsoft nimmt beides.
Bevor Sie Satzzeichen per Sprache auswendig lernen, prüfen Sie, ob die automatische Zeichensetzung eingeschaltet ist. Apple, die Windows-Spracheingabe und Dictate in Word haben dafür jeweils eine Einstellung in den unterstützten Sprachen, und die erweiterte Spracheingabe auf Pixel-Geräten erledigt das standardmäßig. Ist sie aktiv, schrumpfen die Befehle, die sich zu lernen lohnen, auf die Struktur: Zeilenumbrüche, Anführungszeichen, Klammern, hin und wieder ein Doppelpunkt.
Engine-Check in zwanzig Sekunden: Sagen Sie „testing open quotes hello close quotes“. Echte Anführungszeichen deuten meist auf eine Microsoft-Engine hin. Erscheinen stattdessen die Wörter, versuchen Sie Apples „quote“ und „end quote“. Klappt beides nicht, sind Sie wahrscheinlich in Google Docs oder Gboard, wo Anführungszeichen nicht auf der veröffentlichten Liste stehen.
Die plattformübergreifende Tabelle der Diktierbefehle
Lesen Sie eine Zeile von links nach rechts, um die Plattformen zu vergleichen. Wo in einer Zelle „Nicht aufgeführt“ oder „Keiner“ steht, dokumentiert der Anbieter keinen Befehl; rechnen Sie also damit, dass die Wörter selbst in Ihrem Text landen.
| Sie möchten | Diktat auf dem Mac | Diktat auf iPhone & iPad | Spracheingabe in Windows 11 (Win+H) | Word: Dictate in Microsoft 365 | Spracheingabe in Google Docs | Android: Gboard |
|---|---|---|---|---|---|---|
| . , ? | „period“ (oder „full stop“), „comma“, „question mark“ | „period“, „comma“, „question mark“ | „period“ oder „full stop“; „comma“; „question mark“ | „full stop“ oder „period“; „comma“; „question mark“ | „comma“, „period“, „question mark“ | „question mark“, „comma“, „period“ |
| ! | „exclamation mark“ | „exclamation point“ | „exclamation mark“ oder „point“ | „exclamation point“ oder „mark“ | „exclamation point“ | „exclamation point“ |
| : und ; | „colon“, „semicolon“ | „semicolon“, „colon“ | „colon“, „semicolon“ | „semicolon“, „colon“ | Nicht auf Googles Liste | Nicht auf Googles Liste |
| Anführungszeichen | „quote“ … „end quote“ | „quote“ … „end quote“ | „open quotes“ … „close quotes“ | „open quotes“ … „close quotes“ | Nicht aufgeführt | Nicht aufgeführt |
| ( ) | „open parenthesis“ / „close parenthesis“ | „open parenthesis“ / „close parenthesis“ | „open parentheses“ / „close parentheses“ (oder left / right) | „left parentheses“ / „right parentheses“ (oder open / close) | Nicht aufgeführt | Nicht aufgeführt |
| Zeilenumbruch | „new line“ | „new line“ | „new line“ oder „next line“ | „new line“ | „new line“ | „new line“ |
| Neuer Absatz | „new paragraph“ | „new paragraph“ | „new paragraph“ | Nicht in der englischen Liste; „new line“ verwenden | „new paragraph“ | „new paragraph“ |
| Großbuchstaben | „caps on“ … „caps off“ schreibt jedes Wort groß (Title Case); „all caps“ für ein einzelnes Wort | „cap“ für das nächste Wort; „caps on“ … „caps off“; „all caps“ | Keiner aufgeführt | „capitalize [word]“, „uppercase that“, „lowercase [word]“ | Text markieren, dann „uppercase“, „title case“ oder „lowercase“ | Pixel 8 oder neuer, US-Englisch: „capitalize [word]“ |
| Per Sprache löschen | Keiner im Diktat (nur Voice Control) | „delete [phrase]“, „delete all“ * | „delete that“, „erase that“, „scratch that“, „backspace“ | „scratch that“, „delete [word or phrase]“, „backspace [1–100]“ | „delete“ (Wort vor dem Cursor), „delete last word“, „delete [phrase]“ | Pixel 6 oder neuer: „delete last word“, „clear“ (letzter Satz), „clear all“ |
| Rückgängig | Keiner im Diktat | „undo“, „redo“ * | „undo that“ oder „revert“ | „undo“ | „undo“ | Pixel 8 oder neuer, US-Englisch: „undo“ nach einer Sprachkorrektur |
| Markieren oder ersetzen | Keiner; ein blau unterstrichenes Wort anklicken, um Alternativen zu sehen | „select [phrase]“, „change [x] to [y]“, „insert [x] before [y]“ * | „select that“ (nur Ihre letzte Phrase) | „select [word or phrase]“, „select last 3 words“ | „select [phrase]“, „select paragraph“ | Pixel 8 oder neuer, US-Englisch: „change [x] to [y]“, „insert [x] after [y]“ |
| Zuhören beenden | Kein Sprachbefehl; Esc drücken oder 30 Sekunden Stille | „stop dictation“ oder 30 Sekunden Stille | „stop listening“, „pause voice typing“ | „pause dictation“, „stop dictation“ | „stop listening“; „resume“ zum Weitermachen | Pixel 6 oder neuer: „stop“; sonst aufs Mikrofon tippen |
| Emoji | „heart emoji“ (einige Sprachen) | „hug emoji“, „heart emoji“ (einige Sprachen) | „smiley face“ tippt :) und „heart emoji“ tippt <3 | „winky face“ tippt ;) und „heart emoji“ tippt <3 | Nicht aufgeführt | Namen des Emojis sagen (Sprach-Symbolleiste und Pixel) |
* US-Englisch auf dem iPhone 12 oder neuer, nicht auf dem iPhone SE. Google-Docs-Befehle setzen voraus, dass sowohl die Konto- als auch die Dokumentsprache auf Englisch eingestellt ist. Die zusätzlichen Gboard-Befehle erfordern die erweiterte Spracheingabe auf Pixel-Geräten (Pixel 6+); detaillierte Korrekturen brauchen ein Pixel 8+ mit US-Englisch. Quellen: Apple für Mac und iPhone; Microsoft für die Spracheingabe und Word; Google für Docs, Gboard und die Pixel-Spracheingabe.
Apple: großzügig bei Symbolen, stumm beim Bearbeiten (auf dem Mac)
Die Mac-Liste ist hier bei den Symbolen die längste: Währungen, Mathematik, sogar „cross-eyed laughing face“. Was ihr fehlt, ist jede Möglichkeit, Text per Sprache zu korrigieren. Das überlässt Apple Voice Control (Sprachsteuerung), die das Diktat ersetzt, solange sie eingeschaltet ist.
Das iPhone kehrt den Tausch um. Weniger Symbole, aber in US-Englisch können Sie „change Tuesday to Thursday“ oder „delete all“ sagen und eine Schreibweise Buchstabe für Buchstabe korrigieren. „Cap“ schreibt außerdem ein einzelnes Wort groß, was der Mac per Sprache nicht kann. Einrichtung und Datenschutz behandeln unser Leitfaden zu Apple Dictation auf allen Geräten und die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Diktieren auf dem Mac.
Windows-Spracheingabe und Dictate in Word sind zwei verschiedene Zuhörer
Windows-Taste + H öffnet die Spracheingabe, die in jedes Textfeld schreibt und über Microsofts Azure-Sprachdienst läuft. Die Schaltfläche Dictate (Diktieren) in Word ist eine eigene Funktion für Microsoft-365-Abonnenten, mit einem weit größeren Wortschatz: Formatierung („bold tomorrow“), Listen („create numbered list“), Kommentare und Bereiche wie „delete from Monday to Friday“. Die Spracheingabe beschränkt sich auf Stoppen, Löschen, Markieren, ein paar Tasten und Rückgängigmachen.
Zwei neuere Einstellungen sind wichtig. Wait time before acting (Wartezeit vor dem Ausführen) legt fest, wie lange die Spracheingabe wartet, bevor sie einen Befehl ausführt, was langsamen Sprechern hilft. Auf Copilot+ PCs glättet Fluid dictation Grammatik und Füllwörter mit kleinen Modellen direkt auf dem Gerät; sagen Sie „revert“, um diese Änderung rückgängig zu machen.
Die Einrichtung und das bekannte Problem „Dictate ist ausgegraut“ behandeln unsere Leitfäden zur Spracheingabe unter Windows 11 und zum Diktieren in Microsoft Word.
Auch Google betreibt zwei Systeme
Die Spracheingabe in Docs, im Desktop-Browser unter Tools zu finden, hat den reichsten Bearbeitungswortschatz der sechs: Überschriften, Farben, Tabellen, „go to the end of the line“. Sie stellt aber auch die strengsten Bedingungen: Die Befehle funktionieren nur, wenn Ihr Konto und das Dokument beide auf Englisch stehen.
Gboard teilt standardmäßig diese sechs Satzzeichenwörter und wenig mehr. Der zusätzliche Wortschatz gehört zur erweiterten Spracheingabe auf Pixel-Geräten, dem bunten Mikrofon: „send“, „next“ für das nächste Formularfeld und ab dem Pixel 8 Korrekturen in US-Englisch wie „spell Katrin as K-A-T-R-I-N“. Unser Leitfaden zu Voice-to-Text auf Android behandelt Samsungs eigene Engine; der Leitfaden zur Spracheingabe in Google Docs den Browser.
Die Befehle, die es schlicht nicht gibt
Nach den eigenen Listen der Anbieter existieren diese nicht:
- Diktat auf dem Mac: kein Löschen, kein Rückgängig, kein Markieren. Dafür gibt es Voice Control oder die Tastatur.
- Windows-Spracheingabe: keinerlei Befehl für Großschreibung.
- Dictate in Word: kein „new paragraph“ in der englischen Liste.
- Google Docs und Gboard: kein Doppelpunkt, keine Anführungszeichen, keine Klammern.
- Sprachkorrektur auf Handys: nur US-Englisch, auf dem iPhone wie auf dem Pixel.
Wenn der benötigte Befehl fehlt: Reden Sie weiter und gehen Sie am Ende einmal mit der Tastatur über den Text, um fehlende Doppelpunkte und Anführungszeichen zu ergänzen. Für jede einzelne Korrektur anzuhalten kostet mehr als die Korrektur selbst.
Um den ganzen Computer freihändig zu bedienen, brauchen Sie Voice Control (Apple) oder Voice Access (Windows), nicht das Diktieren; unser Beitrag zum Diktieren für Barrierefreiheit wägt beide gegeneinander ab.
Vielleicht brauchen Sie weniger Befehle, als Sie denken
Diese Listen stammen aus einer Zeit, als das Diktieren genau das tippte, was Sie sagten. KI-Diktat macht vieles davon überflüssig. Das Laxis Voice Keyboard etwa setzt die Satzzeichen für Sie, streicht „um“ und „like“ und fasst wiederholte Phrasen zusammen, sodass Sie „scratch that“ selten brauchen. Es arbeitet in der Cloud, nicht auf Ihrem Gerät, und im kostenlosen Tarif teilt sich das Diktieren ein monatliches Kontingent von 300 Minuten mit der Meeting-Transkription. Sie vergleichen lieber Tools als Befehle? Das übernimmt unser Überblick über Diktiersoftware.
Lernen Sie eine Spalte, nicht die ganze Tabelle
Niemand braucht sechs Wortschätze. Lernen Sie die Spalte für das Gerät, das Sie am häufigsten nutzen, und ignorieren Sie den Rest. Innerhalb einer Woche fühlen sich die paar Befehle, die Sie täglich sagen, nicht mehr wie Befehle an, sondern wie Satzzeichen, die Sie eben aussprechen.
Häufig gestellte Fragen
Wie fügt man bei der Spracheingabe Satzzeichen ein?
Sagen Sie den Namen des Zeichens an der Stelle, an der es stehen soll, etwa „comma“, „period“ oder „question mark“, und die Engine tippt das Symbol statt des Wortes. Diese drei funktionieren auf Mac, iPhone, Windows, Word, Google Docs und Gboard. Die meisten Plattformen setzen Satzzeichen auch automatisch, sodass Sie vor allem die Zeichen sprechen, die die Software nicht erraten kann, etwa Doppelpunkte und Anführungszeichen.
Wie lautet der Diktierbefehl für einen neuen Absatz?
Sagen Sie „new paragraph“, um auf Mac und iPhone, in der Windows-Spracheingabe, in Google Docs und in Gboard einen neuen Absatz zu beginnen, und „new line“ für einen einfachen Zeilenumbruch. Microsofts englische Befehlsliste für Dictate in Word enthält „new line“, aber nicht „new paragraph“; in Word sind die dokumentierten Optionen also „new line“ oder die Eingabetaste.
Wie tippt man Anführungszeichen per Spracheingabe?
Sagen Sie auf Mac, iPhone oder iPad „quote“ vor den zitierten Wörtern und „end quote“ danach; in der Windows-Spracheingabe und in Dictate in Word sagen Sie „open quotes“ und „close quotes“. Googles veröffentlichte Befehlslisten für die Spracheingabe in Docs und für Gboard enthalten keine Anführungszeichen; fügen Sie diese also nachträglich mit der Tastatur ein.
Welche Befehle kennt die Windows-Spracheingabe?
Die Spracheingabe von Windows 11, geöffnet mit der Windows-Taste + H, versteht „stop listening“, „scratch that“, „select that“, „undo that“, „press Enter“ und „backspace“, dazu gesprochene Satzzeichen wie „comma“, „period“ und „new paragraph“. Dictate in Word ist eine separate Microsoft-365-Funktion mit einer längeren Liste, darunter „bold that“ und „create numbered list“.
Kann man mit dem Mac-Diktat per Sprache löschen oder rückgängig machen?
Nein, nicht mit dem normalen Diktat auf dem Mac: Apples Befehlsliste deckt Satzzeichen, Symbole, Formatierung und Großschreibung ab, enthält aber keine Befehle zum Löschen, Rückgängigmachen oder Markieren. Diese gehören zu Voice Control, einer Bedienungshilfe, die das Diktat ablöst, solange sie eingeschaltet ist. Auf dem iPhone 12 und neuer, außer dem iPhone SE, akzeptiert das Diktat in US-Englisch durchaus „delete“ und „undo“.
Warum tippt die Spracheingabe meinen Befehl, statt ihn auszuführen?
Meist steht der Befehl nicht in der Liste dieser Engine, oder er wurde mitten im Satz gesprochen. „Delete that“ funktioniert unter Windows und in Word, steht aber nicht auf Apples Liste für das Diktieren auf dem Mac, und Google-Docs-Befehle laufen nur, wenn Konto- und Dokumentsprache beide Englisch sind. Sprechen Sie jeden Befehl als eigene Phrase, mit einer kurzen Pause davor und danach.